Reiseberichte:
Hermann Evers

 



Fahrten auf der Donau
 

Die Donau befuhr ich zum ersten Mal im Jahre 1963. Ich hatte im Juni bei der AEG gekündigt, um im August im Bundeswirtschaftsministerium meine Tätigkeit als "wissenschaftlicher Hilfsarbeiter" aufzunehmen. Auf diese Weise hatte ich zwei Monate Zeit für eine längere Flussfahrt. Zuerst fuhren Renate und ich über Wiesent und Regnitz zum Main. Dort, in Rothenburg, einst ein "Reichsdorf', wurde nach einer vierwöchigen Reise, Renate von Wolfgang abgelöst, einem Verbindungsbruder. Mit ihm fuhr ich über die Altmühl zur Donau. Die Altmühl mündet bei Kelheim in die Donau. Von dort ist es nicht mehr weit bis Regensburg.

Unser Faltboot - es stammte aus der Vorkriegszeit-, war mittlerweile so ramponiert, dass uns Paddler fragten, ob wir U-Bootfahrer wären. Weil das Holzgerippe mehrfach gebrochen war, driftete das Boot außerdem nach Backbord. Bei der starken Strömung unter der Regensburger Brücke - der ältesten noch bestehenden Donaubrücke -, konnten wir diese Drift nur mit Mühe korrigieren, so dass wir dicht an einem Pfeiler dieser Brücke vorbeirauschten. Der Leiter einer Kajakschule, die dort übte, fragte, ob wir nicht wüssten, dass es einen Pfeilersog gäbe. Er wollte wohl nur vor seiner Gruppe angeben.

Bald darauf folgt Dillingen. Es erhielt von Kaiser Friedrich II. Münz-, Zoll- und Marktrecht sowie das Befestigungsrecht. Die 1549 gegründete Universität stand einst gleichrangig neben Tübingen und Heidelberg. Ihretwegen - sie wurde von Jesuiten geleitet -, erhielt Dill in gen den Beinamen ,.schwäbisches Rom".

Letzte schwäbische Bastion an der Donau war die einst freie Reichsstadt Donauwörth. Hier querte die größte europäische Handelsstraße die Donau. Sie führte vom norwegischen Bergen, einst eine Hansestadt, bis nach Sizilien.

1607 verprügelten die hier ansässigen Protestanten, die an der Fronleichnamsprozession teilnehmenden Katholiken. Der Kaiser verhängte die Reichsacht mit der Folge, dass die Bayern Donauwörth "einsackten" und katholisch machten - eines der auslösenden Momente für den Dreißigjährigen Krieg.

Kurz hinter Donauwörth mündet der Lech in die Donau. Hier verläuft die Sprachgrenze zwischen Bayern und Schwaben. In einer Gastwirtschaft saßen wir zum ersten Mal mit Bayern beim Bier. Sie meinten, dass die im nächsten Dorf siedelnden Schwaben ,,hinterpfotzig" seien. Befragt, warum sie so genannt würden, erklärte man, dass die Schwaben die Bayern "betrügen täten". Unser Eindruck war, dass die schwäbischen Bauern lediglich „gerissener" sind als die bayrischen.

Der langweiligste Teil unserer Strecke war die Fahrt durch den Gäuboden, der bayrischen Kornkammer zwischen Walhalla und Passau, dem römischen Batavis. Hier lag die 9. batavische (holländische) Kohorte. Passau hatte das Missionsprimat in Bulgarien, Mähren und Ungarn. Der erste christliche König Ungarns erhielt den Namen des Passauer Dompatrons Stefanus - ebenso der Dom zu Wien. Hauptstadt des Gäubodens ist Straubing, wo die schöne Baderstochter Agnes Bernauer den nassen Tod in der Donau starb. Herzog Ernst von Wittelsbach ließ die "Badhur" ertränken, weil sie seinen Sohn verhext habe.

Am Fuß der Walhalla wusch ich ein Hemd und eine Hose in einem mit Steinen geschützten „Waschbecken". Als ein Schiff in mehreren hundert Meter Entfernung vorbeifuhr, wurden Hemd und Hose fortgerissen. Nur das Hemd konnte ich retten. Uns dämmerte, dass ein Schiff zunächst die Wasseroberfläche eines Flusses eindrückt, sodass ein Sog entsteht. Erst danach treiben die Bugwellen das Wasser ans Ufer.

Aus Sicherheitsgründen übernachteten wir auf einer kleinen Insel. Als Kopfkissen diente mir mein Rucksack, in dem sich u.a. Wurst und Käse befanden. Kaum war ich eingeschlafen, nagte etwas an meinem Kopfkissen. Bald wurde mir klar, dass es eine Wasserratte sein musste. Ich nahm mein Bundeswehrkampfmesser, um sie unschädlich zu machen, was mir jedoch nicht gelang. Der ungleiche Zweikampf führte dazu, dass ich, als ich im Halbschlaf wieder einmal zustechen wollte, über den Rand der Insel kullerte und in der Donau landete. Da ich im Schlafsack lag, dauerte es eine Weile, bis ich wieder „an Land" war.

Schönster Teil unserer Reise war die Fahrt durch die Schlögener Schlinge. Um die schmale, vom Strom eingeschlossene Landzunge gibt es keinen Talweg. Auf dem Grat der Landzunge steht die Ruine der Burg Haichenbach. Lange Zeit soll sie zwei Namen gehabt haben, weil man nach Durchfahren der Schlinge die Burg mit einer veränderten Silhouette noch einmal sah.

Alsbald fuhren wir durch den Strudengau. Er heißt so wegen seiner einstigen Strudel zwischen der Insel Wörth und der Burg Warfenstein, früher das gefürchtetste Stück auf der ganzen Donau. Erst die Staustufe bei Ybbs und die Sprengung der Felsen im Flussbett zur Zeit von Maria Theresia (die kaiserliche Yacht war dort auf Grund gelaufen) haben den Strom gezähmt. Joseph von Eichendorff schreibt über seine Fahrt durch den Strudengau: ,,Kein Mensch ist hier zu sehen, kein Vogel singt, nur der Wald von den Bergen und der furchtbare Kreis, der alles Leben in seinen unergründlichen Schlund hinabzieht, rauschen hier seit Jahrhunderten gleichförmig fort. Der Mund des Wirbels öffnet sich von Zeit durchblitzend wie das Auge des Todes. Der Mensch fühlt sich auf einmal verlassen in der Gewalt des feindseligen, unbekannten Elementes, und das Kreuz auf dem Felsen tritt in seiner heiligsten und größten Bedeutung hervor..."

Nach der Schleuse Aschach wurde die Donau so schnell, dass wir im Nu das 25 Kilometer entfernte Linz passierten, das römische Lentia. Im Jahre 1626 sperrten die aufständischen Bauern - 70000 sollen es gewesen sein -, die Donau mit einer Kette, um den Linzern den Nachschub abzuschneiden. Der "Führer", in der Nähe von Linz geboren, wollte seine Patenstadt zur "Reichsstadt" machen. Von allen Monumentalbauten, die Speer und Hitler im Zusammenhang mit diesem Vorhaben planten, ist allerdings nur die Nibelungenbrücke vollendet worden; abgesehen von den Reichswerken Hermann Göring, die jetzigen Vereinigten Österreichischen Eisen- und Stahlwerke (VÖEST); in den 70er Jahren der wichtigste industrielle Devisenbringer Österreichs. Wenn ich Österreicher ärgern wollte, wies ich maliziös darauf hin, dass wir ihnen nicht nur Beethoven und Mozart, sondern auch die VÖEST gegeben und wir im Austausch dafür lediglich den Adolf bekommen hätten.

Hinter Kloster Melk beginnt die Wachau. Weil die Donau zum Glück dort nicht gestaut wird und weil der Granit des Böhmerwaldes gegen den Fluß drängt, wird sie so schnell, daß man den Kies auf dem Grund des Flusses rollen hört. Dieses Phänomen habe ich erst 31 Jahre später auf dem Yukon wieder erlebt. Auch im flachen und eintönigen Marchfeld wird die Donau nicht gestaut und floß daher so schnell, daß wir am letzten Tag unserer Fahrt über 100 Kilometer zurücklegten und am Abend unser Ziel, Wien, erreichten. Das Marchfeld hat gleichfalls eine bewegte Geschichte. Gleich zu Beginn der ehemaligen Auenlandschaft liegt der Ort Traismauer. Von ihm heißt es im Nibelungenlied:

"Bi der Treisen hete der Künec us hunenland

eine burc, die was wol bekannt

geheizen Treisenmure

vrou Helke saz da e

und pflag so grozer tugende daz waetlich nimmer mer erge"

Auf der gleichen Burg soll der Hunnenkönig dann auch auf Krimhild gewartet und sie schließlich feierlich empfangen haben.

Dem Marchfeld gegenüber liegt das Tullner Feld. Nach Kampfspielen zwischen Burgundern und Hunnen zogen die Helden "von Tulne nach Wien in die Stadt", wo das Hochzeitsfest 17 Tage dauerte. Auf dem Tullner Feld ließ Karl der Große eine Schiffsbrücke über die Donau schlagen; hier sammelten sich die Ungarn unter Bela, um gegen Wien zu ziehen; hier ordnete Sobieski seine Polen, um mit Herzog Karl von Lothringen Wien von den Türken zu befreien und hier formierte sich als letzte Truppe die Rote Armee.

In Wien holte ich für unseren ersten "Landgang" nach zwei Monaten meinen Anzug aus dem Trockensack. Durch einen Angelhaken hatte mein Trockensack allerdings ein Loch bekommen, sodaß - weil unser Heck meist voll Wasser war - mein "gutes Stück" Schimmel angesetzt hatte!  

Vor dem wegen unseren mürben Sitzfleisches lange ersehnten Landgang mussten wir uns noch einmal mächtig ins Zeug legen: Auf der Suche nach einem uns gefallenden Zeltplatz waren wir zu weit gefahren und mussten gegen die heftige Strömung zurück. Die Wiener hatten am Ufer an Hebelarmen etwa 20 Quadratmeter breite Netze befestigt, die sie von Zeit zu Zeit aus dem Wasser zogen. Nach über 100 Kilometer Flußfahrt überstieg das Umfahren dieser Ungeheuet fast unsere Kräfte.

Ostern 1971 befuhren Wolfgang, ich und Sokrates die Donau von Ulm bis Kelheim. Zunächst bestiegen wir das Ulmer Münster mit seinen 768 Stufen - die höchste Kirche der Welt. Das eigentliche Wunder ist jedoch nicht die Höhe, sonder daß nicht irgendein Monumentalkoloss, sondern ein gotisches Bauwerk von Weltrang entstand. Leider traten die Ulmer 1530 zum protestantischen Glauben über. Das war deswegen bedauerlich, weil die Konvertiten mit schwäbischer Gründlichkeit sämtliche Malereien des Münsters und fast alle der 60 Altäre zerstörten. Erhalten blieb das Chorgestühl, das schönste Deutschlands. Sodann ruhte jede Bautätigkeit. Erst 1890 wurde der Turm nach alten Plänen fertiggestellt.

"Des heiligen riches stat ze Ulme" verdankt ihr Dasein der Kreuzung uralter Handelswege und dem Umstand, dass ab UIm die Donauschiffart begann. Ungezählte schwäbische Auswanderer fuhren von hier mit den von den Wienern "Schwabenplättchen" genannten "UImer Schachteln" in die Fremde. Für die Kolonisten war die Donau ein "river of no return". Die "Schachteln" fuhren ohne Wiederkehr nur flussabwärts. Ab Ulm ist die Donau den Bedürfnissen der Energiewirtschaft, ab Kelheim zudem denen der Schifffahrt angepasst worden mit dem Ergebnis, dass der einst so schöne und wilde Fluss weitgehend in eine Kette von kreisrunden Stauseen verwandelt worden ist. Mehrmals sprang Sokrates, der am Bug saß, ins Wasser und schwamm an das nahe Ufer, wenn er bemerkte, dass der Fluss zu einem riesigen See wurde. Sodann lief er am Ufer neben uns her. Alsbald stellte er fest, dass unser Boot sich immer weiter von ihm entfernte. Ein Mensch wäre bis zur Schleuse weitergelaufen - nicht so Sokrates. Meist dort, wo der kreisrunde Stausee am breitesten war, sprang er ins Wasser, um zu uns zu gelangen. Weil die Donau um diese Jahreszeit sehr kalt war, mussten wir ihm entgegenfahren, um eine tödliche Unterkühlung des armen Tieres zu vermeiden. Bis zum nächsten Stausee saß er dann zitternd wie Espenlaub am Bug, um alsbald wieder ins Wasser zu springen.

Höhepunkt unserer Fahrt war die Weltenburger Enge, einer der schönsten und gewaltigsten Stromdurchbrüche dieser Erde. Am Anfang des durch die Ausläufer des schwäbischen Jura begrenzten Tales liegt das Kloster Weltenburg, das älteste Bayerns. Es wurde im Jahre 617 durch die aus Luxeuie kommenden Kolumbanermönche Eustasius und Agilus gegründet. 1632 und 1633 plünderten die Schweden das Kloster. Im Kirchturm hatte sich ein Pater verborgen. Er berichtet : "Es ist nit ein rössl oder ander Vieh, auch kain schissel, teller, will geschweigen ein ander hausvahrnus oder Khirchenornat, beim closter, in summa das geringste nit vorhanden".

Die Jurafelsen drängen zwischen Weltenburg und Kelheim die Donau streckenweise auf 70 Meter Breite zusammen, so dass nicht einmal Platz für einen Pfad bleibt. Nur einzementierte Eisenringe gibt es hie und da an den Felswänden; Erinnerung an die Zeit, als die Schiffe mit langen Haken mühsam bergauf gezogen wurden. Aus jener Zeit stammen auch die Namen der einzelnen Felsen. Es gibt einen "Bayrischen Löwen", einen "Frommen Bischof', einen "Römerfelsen" und die ,,Drei feindlichen Brüder". Die Brüder wurden versteinert, so die Sage, weil zwei von ihnen den dritten in der Donau ertränken wollten. Ferner eine "Versteinerte Jungfrau", einen "Räuberfelsen“ oder die "Steinerne Kanzel", von der Luther angeblich den Fischern das Evangelium erklärt haben soll. Die Landschaft zwischen Ulm und Regensburg gibt sehr anschaulich die Zerrissenheit des Reiches nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder. Hier gibt es die meisten ,,reichsfreien" "Staaten" mit Mönchs - ,Chorherren - und Frauenklöstern, Reichsabteien und sogar Reichsdörfern. Trotz dieser Zerrissenheit des einstigen mächtigen Herzogtums Schwaben verlief dessen Geschichte verhältnismäßig unblutig. Ein Grund für diese relativ friedliche Geschichte ist der "Schwabenspiegel", in dem bereits im 13.Jahrhundert u.a. kodifiziert wurde, dass ein Schwabe nur vor einem ordentlichen Gericht angeklagt oder verurteilt werden dürfe. Anders als die Engländer mit ihrer das Gleiche beinhaltenden "habeas corpus acte" machen die Schwaben allerdings wenig Aufhebens von dieser Errungenschaft.

Bald hinter Ulm beginnt das "Donaumoos", von dem allerdings leider nur noch Reste vorhanden sind. Hauptort des Donaumooses ist Günzburg. Über 500 Jahre war es der westlichste Brückenkopf der Habsburger. Man war hier schwäbisch und ruhlte wienerisch. 1805 "belohnte" Napoleon die Günzburger Schwaben für ihre Dienste, indem er sie Bayern zuschlug.

Bald erreichten wir Neuburg mit dem wohl schönsten Renaissanceschloss an der Donau; Residenz des Fürsten Ottheinrich, der als pfälzischer Kurfürst den Bau des Heidelberger Schlosses begann.

Unsere Fahrt endete in Kelheim, wo Leo von Klenze im Auftrage von König Ludwig I. die Befreiungshalle zum Andenken an die Befreier Deutschlands "aus dem napoleonischen Joch" errichtete. 18 Walküren, jede sechs Meter hoch, schmücken das Äußere der Halle. Im Innern erinnern 34 Siegesgöttinnen (mit Engelsflügeln) an die deutschen Siege. Hätte diese Halle in Preußen gestanden, wäre sie von den "politisch korrekten" Epigonen unserer Vorfahren wahrscheinlich gesprengt worden.

Im Sommer 1975 fuhren Renate und ich von Beuron bis Sigmaringen auf der Donau

In meinem Boot waren Sokrates, Sike und Wulf, in Renates Boot fuhr der dreijährige Ingo mit. Weil in meinem Boot so wenig Platz war, saß .,Sokrates" meist .,auf Deck".

Benediktiner errichteten das Kloster Beuron im 11.Jahrhundert auf einer schwer zugänglichen Wiese; dort, wo die junge Donau durch die Jurafelsen bricht. Als Erzabtei untersteht es direkt Rom. Der Erzabt von Beuron ist kirchliches Oberhaupt zahlreicher Klöster in Deutschland und Österreich sowie Oberhaupt eines 1949 (!) gegründeten Klosters in Chile. Etwa 100 Mönche leben hier nach der Regel ora et labora des heiligen Benedikt und haben sogar eine eigene Kunstrichtung entwickelt, die Beuroner Malschule. Die Bibliothek des Klosters umfasst 300.000 Bände.

Der Wiener Hofprediger Abraham a Santa Clara kam aus Beuron. Von ihm stammt die Redewendung .,außen hui, innen pfui" Wegen seiner Behauptung, in Wien kann man alle Jungfrauen in einem einzigen Wagen zur Stadt hinausfahren, zur Rede gestellt, soll der verschmitzte Schwabe geantwortet haben, er habe ja nicht gesagt, dass der Wagen nur einmal fahren müsse.

Auf dem kurzen Stück zwischen Beuron und Sigmaringen gab es so viele Burgen wie wohl sonst nirgendwo auf der Welt. Beinahe jeder freistehende Felsen war befestigt.

Kurz vor Beuron liegt das jetzige Schloss Bronnen; einst eine Burg der Zollern und im Dritten Reich Sitz der Reichsfrauenführerin. Prächtigste Burg an der schwäbischen Donau ist die Feste Wildenstein, östlich von Beuron auf senkrechtem Fels 211 Meter über der Donau gelegen. Sie hat als einzige der schwäbischen Donauburgen die stets unruhigen Zeiten in Deutschland unbeschadet überstanden. Ein in den Fels gehauener Fluchtweg führte einst von der Burgkapelle zur Donau hinunter. Nur den Schweden ist es einmal gelungen, die Burg zu erobern: Der Burgherr war leichtsinnigerweise mit dreien seiner Musketiere zur Kirche gegangen, der vierte soll sich vor herabgelassener Zugbrücke in die Sonne gelegt. haben - flugs waren die Schweden im Gemäuer.

Schräg gegenüber liegt Burg Werenwag. Hier lebte um 1260 der Minnesänger Hugo von Werenwag. Sechs Lieder in der Manessischen Handschrift stammen von ihm.

Zum Schluß besichtigten wir Schloß Hohenzollern in Sigmaringen. Neben den Herren von Fürstenberg lebt nur noch eines der vielen Geschlechter, die die Burgen der schwäbischen Donau einst bewohnten; und zwar die Grafen von Zollern, die als Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen bis ins 19. Jahrdhundert unabhängig blieben, um dann (1849) preußisch zu werden. Die Pfarrer des Ländchens erhielten vom scheidenden Landesherrn die Weisung, den Verkauf an Preußen als Akt der göttlichen Vorsehung darzustellen. Einer von dieser Weisung betroffenen schwäbischen Hierten des Herrn setzte diese Weisung so um:

"Ich werde heute davon predigen, erstens wie sehr wir uns freuen sollen, daß wir preußisch geworden sind, und wie wir es zweitens um unserer Sünden willen nicht besser verdient haben."

Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen wurde preußischer Ministerpräsident, sein Sohn Karl König von Rumänien und sein zweiter Sohn Leopold wäre König von Spanien geworden, wenn nicht seinetwegen die Franzosen Preußen den Krieg erklärt hätten.

Der Besuch des sehenswerten Zollernschlosses bildete den Abschluß unserer Fahrt.



Informationen über den Autor















HOME